Opiat-Substitionstherapie

Die Substitutionstherapie ist neben der stationären Entwöhnungstherapie eine der beiden Säulen der Therapie Heroinabhängiger.

Während bei der stationären Langzeittherapie der Patient aus seinen aktuellen Lebensverhältnissen herausgenommen und in einer entsprechenden Einrichtung für mindestens sechs Monate „kaserniert“ wird, beschreitet die Substitutionstherapie den entgegengesetzten Weg:

Der Patient bleibt in seinen Lebensumständen und wird durch tägliche Vergabe eines Heroinersatzstoffes (z.B. Methadon oder andere, geeignete Substanzen) vom Drogenbeschaffungsdruck freigestellt. Das macht den Kopf dafür frei, sein Leben wieder tatkräftig in die eigenen Hände nehmen zu können.

Voraussetzung ist selbstverständlich, dass die bisherige Lebensbilanz gezogen und eindeutig zu Ungunsten eines weiteren Drogenkonsums ausgefallen ist. In den ersten Monaten der Substitutionstherapie besteht die Hauptaufgabe für den Klienten darin, in ersten, kleinen Schritten Ordnung in sein Leben zu bringen und vor allem eine Lebensvision zu entwickeln und zu verinnerlichen.

Schließlich ist die Veränderung weg vom Junkie-Dasein hin zu einem drogenabstinenten, bürgerlichen Leben das eigentliche Ziel der Substitutionstherapie. Wer sich nicht auf Dauer aus der Drogenszene löst und nur auf eine Drogengrundversorgung spekuliert ist in der Substitution fehl am Platze, selbst wenn anfänglich unter rein medizinischen Aspekten selbstverständlich zunächst die Sicherung des Überlebens und körperliche Gesundung bzw. Gesunderhaltung im Zentrum der Bemühungen stehen.